GRUNDDATEN DER GESAMTEN DEPONIE

Basisdaten für die Mineralstoffdeponie Liepnitzenberg:

Der bisher geplante Annahmekatalog umfasst 33 Abfallschlüssel. Schwerpunkt bilden Abfälle aus dem Bereich der Bau- und Abbruchabfälle, aus thermischen Prozessen (Asche) sowie die Rückstände aus der Aufbereitung mineralischer Abfälle und der Sanierung von Böden.

BAULICHE MASSNAHMEN ZUR ERRICHTUNG UND ZUM BETRIEB DER DEPONIE

Basisabdichtungssystem

Gemäß Standortgutachten ist keine natürliche geologische Barriere vorhanden, deshalb wird die geologische Barriere nachträglich durch technische Maßnahmen in der Mindest-schichtmächtigkeit ≥ 1,00 m hergestellt. Für die Dichtung der Basis- und Böschungsflächen wird eine 2,5 mm dicke Kunststoffdichtungsbahn (KDB) aus PE-HD verwendet. Durch die gas- und flüssigkeitsdichte Verschweißung der Bahnen miteinander wird der Austritt von Sickerwasser in den Bereichen der Deponieabdichtung, der -böschungen bzw. -grundflächen vollständig unterbunden.
Um zu verhindern, dass sich Bestandteile der Entwässerungsschicht in die Dichtungsbahn drücken und diese beschädigen, wird oberhalb der KDB eine Sandschutzmatte aufgebracht. Darüber komm eine 30 cm dicke mineralische Dränschicht, die das anfallende Sickerwasser aufnimmt. Als Trennschicht zwischen der mineralischen Dränschicht und dem Abfall wird noch eine 10 cm starke filterstabile mineralische Trennschicht eingebaut, um den Eintrag von Feinbestandteilen in die mineralische Dränschicht zu unterbinden.

Basisabdichtung
Bild 1: Schichtaufbau der Basisabdichtung Mineralstoffdeponie Liepnitzenberg

Sickerwasserfassung- und -Ableitungssystem

Deponiesickerwasser entsteht durch Versickerung bzw. Oberflächenabfluss der Niederschläge auf den nicht abgedichteten Deponiekörper während des Betriebs der Deponie.
Die Sickerwasserfassung erfolgt flächig über eine oberhalb der Kunststoffdichtungsbahn angeordnete, 30 cm mächtige mineralische Dränschicht, welche das Sickerwasser aus dem Abfallkörper aufnimmt und den in Tiefpunkten der Basisfläche angeordneten Sickerwassersammlern zuführt.
über eine Sickerwassertransportleitung fließt das Sickerwasser zu den Speicherbecken. Es sind zwei Sickerwasserspeicherbecken geplant. Das in den Sickerwasserspeicherbecken gefasste Sickerwasser wird zur Abfallbefeuchtung als Maßnahme der Staubbindung genutzt bzw. regelmäßig abgefahren und einer Kläranlage zugeführt.

BAULICHE MASSNAHMEN ZUR STILLLEGUNG DER DEPONIE

Deponiekubatur

Der Deponiekörper wird so profiliert, dass nach Abklingen der Setzungen ein Oberflächen-mindestgefälle von 5 % zur Gewährleistung einer sicheren Oberflächenentwässerung vorhanden ist. Die maximale Böschungsneigung beträgt 1:3. Die geplante Endhöhe der rekultivierten Deponieoberfläche beträgt maximal 78,20 m ü. NHN.

Oberflächenabdichtungssystem

Nach dem vollständigen Befüllen der Deponie wird zum Ausgleich von Inhomogenitäten des eingelagerten Abfalls auf dem profilierten Abfallkörper eine 20 cm starke Trag-/Ausgleichsschicht eingebaut. Auf die Trag-/Ausgleichsschicht kommt eine Kunststoff-dichtungsbahn mit einer Dicke von 2,5 mm. Für die Ausbildung der mineralischen Entwässerungsschicht wird ein Sandgemisch aufgebracht. Als Rekultivierungsschicht, bestehend aus 0,80 m Unterboden und 0,20 m Oberboden, ist der Einbau von Böden mit guten Wasserspeichervermögen vorgesehen.

Oberflächenabdichtung
Bild 2: Schichtaufbau der Oberflächenabdichtung Mineralstoffdeponie Liepnitzenberg

Oberflächenentwäsessrungssystem

Die Planung der Deponiekubatur erfolgt so, dass eine Ableitung des Niederschlagswassers im Freigefälle unabhängig von der Gesamtfertigstellung der Oberflächenabdichtung der Deponieabschnitte erfolgen kann. Das oberflächig abfließende unbelastete Niederschlags-wasser wird in die am Deponiefuß ausgebildeten Entwässerungsmulden geleitet und von dort fließt es über Rohrleitungen und Kaskaden weiter in die Versickerungsmulden.

Begrünung der Deponieoberfläche

Die Begrünung der rekultivierten Deponieoberfläche hat folgende Ziele:

Zur schnellstmöglichen Erreichung der Begrünungsziele wird auf dem Oberboden eine Anspritzbegrünung mit einem strapazierfähigen standortabgestimmten Trockenrasengemisch als Initialansaat aufgebracht. Eine Anreicherung mit krautigen Pflanzen erfolgt durch Samenflug von den umgebenden Flächen.